Die überforderte Entgiftung

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Die überforderte Entgiftung

Tagein, tagaus entgiften und entsorgen, und zwar so schnell wie möglich und überall im Körper – das kann kein einzelnes Organ. Deswegen setzt unser Organismus auch verschiedene Entgiftungsinstanzen ein. Die bekanntesten von ihnen sind sicher Leber und Nieren. Aber auch Lunge, Haut, Darm und vor allem das Lymphsystem, das größte „Abwassersystem“ des Körpers, sorgen für ‚klare Verhältnisse‘. Alle zusammen ergänzen sich zu einem Entgiftungssystem, welches die Aufgabe hat, den Körper bis in den letzten Winkel zu reinigen und damit möglichst schadstofffrei und nicht nur schadstoffarm zu machen.


Die Leber

Die Leber zum Beispiel ist ein Überlebenskünstler mit Durchhaltevermögen und sie hat glücklicherweise einen Hang zum Überleben. Wenn sie aus irgendeinem Grund – etwa durch zuviel Alkohol – beschädigt wird, wächst sie einfach wieder nach. Und sie lässt sich zunächst nicht anmerken, dass es ihr nicht gut geht. Auch wenn sie nur noch zur Hälfte funktioniert, erledigt sie ihre Pflichten ohne großes Aufsehen. Das ist fatal, denn keiner merkt, dass etwas nicht mehr stimmt. Dadurch wird oft viel zu spät gegengesteuert.


Die Nieren

Die Nieren können als „Kläranlage“ durchaus mit der Leber mithalten. Sie können als „Entgiftungsaußenstelle“ der Leber bezeichnet werden. Alles was bei der ersten Entgiftungsrunde anfällt , landet zunächst im so genannten Primärharn. Rund 180 L pro Tag – etwa eine Regentonne voll! – filtern die winzigen Nierenkörperchen aus dem Blut heraus. In der zweiten Entgiftungsrunde werden noch weitere Giftstoffe, Abbauprodukte des Stoffwechsels, Harnstoff und Bestandteile wie Zucker, kleine Eiweißbausteine, Mineralien und Salze herausgefiltert. So werden aus 180 L ca. 1,5 Liter Endharn pro Tag, welcher zusammen mit mit allen schädlichen Giften, unbrauchbaren Stoffwechselabfällen sowie überschüssige Mineralien ausgeschieden wird.

 

Der Darm

Gesunder Darm – gesunder Mensch. Auf diese einfache Formel lässt sich die Bedeutung des Darms bringen. Er verwertet nicht nur unsere Nahrung und versorgt uns mit wichtigen Nährstoffen, sondern ist auch Sitz unseres Immunsystems. Doch bei den meisten von uns hat die Darmflora durch Medikamente wie Antibiotika und Kortison, durch Umweltgifte und Schadstoffe schon ganz schön gelitten. Und wenn die Darmflora schwächelt, sieht es auch mit der Entgiftung nicht mehr besonders gut aus. Wenn die Darmflora gestört ist, fehlen also die guten Bakterien und der Weg ist frei für die Bösen: Durch schädliche Bakterien, z. B. Clostridien, Pilze, z. B. Candida albicans und Parasiten wird der Darm zur reinsten Giftküche. Die unerwünschten Gäste entziehen dem Körper nicht nur Vitalstoffe, sondern produzieren darüber hinaus eigene giftige Stoffwechselprodukte. Diese setzen der empfindlichen Darmschleimhaut zu und gelangen dann über die geschädigte Schleimhaut in den Blutkreislauf. Das kann weitreichende Folgen haben, bis hin zu porösen Knochen, Weichteilrheuma, Stoffwechselstörungen und allgemeinem Nachlassen der Leistungsfähigkeit.

 

Das Lymphsystem

Das Lymphsystem besitzt nicht wie das Herz-Kreislauf-System eine eigene Pumpe, sondern wird durch Muskelkontraktionen aktiviert. Hier gewinnt der Ausspruch „Leben ist Bewegung und Stillstand ist der Tod“ wieder seine absolute Bedeutung. Überall im Körper zwischen den Zellen und in allen Geweben, den Muskeln, den Bändern und auch im Fettgewebe, in der Haut und den Schleimhäuten liegen haarfeine Lymphgefäße. Dadurch können alle Körperzellen gründlich umspült werden, Krankheitserreger, überschüssiges Gewebewasser, Abfälle des Stoffwechsels und Gift eingesammelt und dann über die Venen zu Leber, Nieren und Darm transportiert werden. Was passiert, wenn die Lymphe nicht vernünftig fließt, aufgrund von überwiegend sitzender Tätigkeit im Büro oder liegender Tätigkeit abends auf der Couch, kann sich nun jeder selbst ausmalen….

 

Die innere Entsorgung – ein System, das funktionieren muss!

Mit welchen kleinen Hilfsmitteln ist es also nun möglich unseren Körper in seiner Entgiftungsarbeit zu unterstützen?


1. Ölziehen

Nimm jeden Morgen vor dem Zähneputzen einen großen Esslöffel natürliches kaltgepresstes Bio-Olivenöl oder besser noch Sesamöl in den Mund und spüle alle Ecken des Mundes damit aus. Das dauert so 5-10 Minuten. Durch die Zähne ziehen, kauen, gurgeln und spülen. Danach den Mund ausspülen und die Zähne gründlich putzen. Das zieht viele, wenn natürlich nicht alle Giftstoffe aus dem Körper – ganz besonders Schwermetalle wie Blei. Weil die Mundschleimhaut ein idealer Ausleitungsort für alles Giftige ist, solltest du diese Methode der Mittelmeerländer nutzen. Ein wunderbarer Nebeneffekt ist auch, dass die Zähne davon wieder weiß werden. Das Öl wirkt als natürliches Bleichmittel.

 

2. Die Trinkkur für eine Woche

Die besondere Wirkung des Trinkens ist für die Ausschwemmung von Gift- und Abfallstoffen sehr nützlich. Probiere es aus und folge einer Woche dieser Trinkkur hier:

  • Trinke morgens direkt nach dem Aufstehen – auf jeden Fall vor dem Frühstück – ein großes Glas (0,3-0,5 l) lauwarmes Wasser. Dieses ist auf leeren Magen viel bekömmlicher.
  • Zum Frühstück am besten einen entkoffeinierten grünen Tee oder einen milden Kräutertee. Natürlich ist der Tee nicht gesüßt und drei bis vier Tassen dürfen es schon sein
  • Trinke dann bis zum Mittagessen jede Stunde ein großes Glas Wasser (0,3-0,5 l)
  • Ab 14/ 15 Uhr kannst du „normal“, aber immer noch in regelmäßig kleineren Portionen trinken.
  • Abends vor dem Zubettgehen trinke auch noch einmal ein Glas lauwarmes Wasser

So trinkst du bei dieser Trinkkur etwa 3-4 Liter täglich. Am besten geeignet ist natürlich möglichst unbelastetes, aber vor allem kohlensäurefreies oder -armes Wasser. Trinke zwei Drittel deiner Flüssigkeit bis Nachmittags gegen 14 Uhr – nicht erst abends nach der Arbeit! Der Grund dafür ist leicht erklärt: In den Ruhephasen der Nacht laufen die Regeneration, der Aufbauprozess und der Umbau des Organismus auf Hochtouren. Zellen werden erneuert, Gewebe repariert und Gifte aus den Zellen geschleust. Das ist auch der Grund, warum du spät abends nichts mehr essen solltest. Ist der Körper mit der Verdauung beschäftigt, stehen seine Kapazitäten zur Entgiftung nur beschränkt zur Verfügung. Morgens, wenn du aufwachst, ist der Giftcocktail der Nacht fertig bereitet. Die Zellzwischenräume sind dann regelrecht „verseucht“. Um das Gift dann möglichst schnell aus dem Organismus zu bekommen, muss gerade vormittags viel getrunken werden. Nur so können die Zellen schadstofffrei den Tag genießen. Und trinke bewusst mehr, wenn du Umweltbelastungen ausgesetzt bist. Wenn du ausreichend trinkst, sollte die Harnmenge etwa zwei bis drei Liter betragen. Vormittags sollte der Urin möglichst schnell seine dunkel goldgelbe Farbe verlieren.

 


3. Gezielte Ernährung

Mit den richtigen Lebensmitteln kannst du deinen Organismus dazu anregen, vermehrt zu entgiften. Und wenn du diese Lebensmittel regelmäßig in deinen Speiseplan einbaust, sorgst du dafür, dass dein Körper gar nicht erst so viele Schadstoffe einlagert. Kräuter wie Koriander oder Schnittlauch in Suppe oder Salat schwemmen Abfallstoffe aus. Mineralien wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Zink beeinflussen direkt die Zellreinigung. Das heißt, sie nehmen direkt Einfluss darauf, was die Zelle „ausspuckt“ und welche Abfallprodukte sie abgibt.

Magnesium – Ist unentbehrlich bei der Energieversorgung aller Zellen sowie von Leber und Herz. Es regt den Stoffwechsel an und sorgt für eine gute Durchblutung. Es ist besonders reichlich in grünem Gemüse, in Bananen und Aprikosen enthalten.

Kalium – Wirkt wie ein Sondereinsatzkommando des Stoffwechsels. Es fängt die Säuren in den Zellen ein und unterstützt und entgiftet damit den Stoffwechsel. Kalium wird von den Zellen des Körpers direkt aufgenommen und ist dort für die Nervenreizleitung und die Muskelaktivität zuständig. Außerdem reguliert es den Wasserhaushalt. Besonders bei Durchfällen und Darmentzündungen, zu viel Alkohol und bei Abführmittelmissbrauch findet sich oft ein Kaliummangel. Gute Kaliumquellen sind frische Gemüse- und Obstsorten.

Kalzium – Nicht nur die Knochen, sondern auch die Muskeln ebenso wie die Nerven brauchen täglich Kalzium. Der Mineralstoff behindert außerdem die Einlagerung von Schwermetallen – besonders von Blei – und hilft so bei der Entgiftung. Grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte und Sesam enthalten viel Kalzium.

Zink – Hat der Körper genügend Zink, dann läuft die Säuberung wie geschmiert. Das liegt daran, dass Zink ein ganz wichtiges Enzym, die Carboanhydrase, stimuliert. Dieses entsäuert den Organismus. Zink stärkt die Leber- und Nierenfunktion und regt die Zellteilung an. Am besten wird es abends vor dem Zubettgehen zu sich genommen. Gute Zinkquellen sind Meeresfrüchte, Hartkäse und Vollkornprodukte.

Wenn du nun noch zusätzlich eine gute Vitamin- und hochwertige Eiweißversorgung sicherstellst, wird dir dein Körper sehr dankbar dafür sein und alles erdenklich Mögliche dafür tun, dich gesund zu erhalten.

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